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Montag, 10.12.2018

Die 7 wichtigsten Mobilitätstrends



Mobilität ist aktuell einem gravierenden Wandel unterzogen: Carsharing wird immer wichtiger, Elektroautos gelten als vielversprechende Zukunftstechnologie. Lesen Sie von 7 Fakten, was heute schon wichtig ist und zukünftig alles möglich sein wird.

Fakt 1: Die Urbanisierung bestimmt die Mobilität der meisten Menschen

Seit 2008 leben global betrachtet mehr Menschen in Städten als auf dem Lande, mit steigender Tendenz. Europa ist in hinsichtlich der Urbanisierung sogar Vorreiter. Bei uns in Deutschland leben bereits drei von vier Menschen in der Stadt. Die Vereinten Nationen schätzen, dass 70 Prozent der Weltbevölkerung um das Jahr 2050 in Metropolen und Städten oder urbanen Ballungsgebieten (inklusive Slums) leben wird. Die Menschen werden auf die Verbesserung und Planung des urbanen Verkehrs mehr und mehr Einfluss nehmen. Dies geschieht durch zahllose Graswurzelbewegungen, Aktionsbündnisse und Initiativen. Die Macht von Social Media tut ihr übriges.

Fakt 2: Das Fahrrad erlebt eine Renaissance

72 Millionen Fahrräder im Jahr 2014, ein neuer Rekord. Innerhalb von zehn Jahren hat die Anzahl der Drahtesel auf deutschen Straßen um fünf Millionen zugenommen, so die Meldung des Verbandes der Zweirad-Industrie. Diese erfreuliche Entwicklung verbindet sich mit der Erkenntnis, dass für die beliebtesten Fahrradtypen wie City-, E- und Trekkingbikes auch deutlich mehr ausgegeben wird – durchschnittlich 528 Euro pro Fahrrad. Das Gesundheitsbewusstsein kombiniert mit praktischem Nutzen lässt die Menschen umdenken. Auf kurzen Wegen ist das Fahrrad zweifelsohne das schnellste Verkehrsmittel. Zudem wurde seitens der Städte viel für die Fahrradfahrer getan. Die Radwege wurden ausgebaut und auch die Mitnahme des Bikes in Bahn und Bus ist mittlerweile wesentlich einfacher.

Fakt 3: Carsharing etabliert sich

Auch wenn immer mehr Menschen möglichst oft das Auto stehen lassen, ist der Verzicht darauf nicht in jeder Situation möglich. Das ist der Hauptgrund dafür, warum zunehmend mehr Deutsche das Carsharing nutzen. Mehr als eine Million angemeldete Carsharing-Nutzer griffen Ende 2014 auf derartige Angebote zurück. Im Vergleich zu 2013 war dies ein Anstieg um 37 Prozent. Mittlerweile stehen insgesamt 15.400 Fahrzeuge zum Leihen zur Verfügung. Meist werden sie für die Fahrt zum Einkaufen genutzt oder um schnell und sicher den bevorstehenden Geschäftstermin zu erreichen. Das Ausleihen eines Fahrzeugs ist aktuell in etwa 490 Städten und Gemeinden möglich. In 13 Großstädten greift das Free-Floating Modell. In diesem Fall muss das Fahrzeug nach der Nutzung nicht wieder zur Ausgangsstation zurückgebracht werden. Es wird einfach im Stadtgebiet stehen gelassen.

Fakt 4: Öffentlicher Nahverkehr bleibt in puncto Mobilität unverzichtbar

Um einen urbanen Verkehrskollaps zu verhindern, kann auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nicht verzichtet werden. Jeden Tag nutzen ungefähr 11 Millionen Menschen Straßenbahn und Bus, U- und S-Bahn. Im Jahr 2014 wurden deutschlandweit über 11 Milliarden Menschen befördert. Zur Vermeidung des Ausstoßes umweltschädlicher CO2-Emmisionen leisten die 77.500 Busse in Deutschland einen maßgeblichen Beitrag. Auch in puncto Auslastung des Schienenverkehrs ist eine erfreuliche Entwicklung zu verzeichnen. Wurden im Jahr 2002 zwei von drei Sitzen belegt, waren es Jahr 2015 bereits vier und fünf. Auch die durchschnittliche Verkehrsleistung ist beachtlich, die pro Jahr und Person 1.346 Kilometer beträgt. Deshalb wird der ÖPNV auch zukünftig das starke Rückgrat des urbanen Stadtverkehrs darstellen.

Fakt 5: Elektromobilität lässt sich Zeit mit der Eroberung der Straßen

Erklärtes Ziel der Bundesregierung sind mehr als eine Million Elektroautos deutschlandweit. Bisher hinken die Zahlen mit nur 26.000 E-Autos dem gesteckten Ziel deutlich hinterher. Immerhin gibt es aber auch eine positive Entwicklung zu vermelden. Die Zahl der Zulassungen wuchs zwischen 2013 und 2014 um 80 Prozent. Doch es gibt noch andere Gründe, warum im Jahr 2020 das vorgegebene Ziel doch noch erreicht werden kann. Niedrigere Preisaufschläge durch die Hersteller und sinkende Batteriepreise, eine bessere Effizienz und eine höhere Reichweite der Fahrzeuge sprechen dafür, dass sich immer mehr Menschen für ein Elektroauto entscheiden werden. Das größte Problem ist derzeit noch die fehlende flächendeckende Infrastruktur. Gemäß EU-Schätzung wären bis 2020 zirka 150.000 Ladestationen erforderlich, aktuell sind es nur 3.800.

Fakt 6: Autonomes Fahren : Ein Traum, der noch Zeit braucht

Assistenzsysteme im Fahrzeug übernehmen mehr und mehr wichtige Aufgaben. Spurhalten, Einparkhilfe, Warnung vor dem Sekundenschlaf und das Erkennen von Verkehrszeichen sind einige davon. Die größte Herausforderung ist jedoch die Entwicklung des ersten selbstständig fahrenden Serienautos. Unter den Herstellern und anderen Unternehmen ist ein regelrechter Wettkampf entbrannt. Daimler und Google pumpen Milliarden in solche autonomen Systeme, die allerdings auch große Sicherheitsprobleme mit sich bringen, die es mit Hilfe einer Vielzahl von Spezialisten auszuschalten gilt: mangelnde Genauigkeit der Landkarten, Vernetzung der Fahrzeuge untereinander sowie drohende Hackerangriffe. Ebenso gilt es, im Vorfeld rechtliche Fragen wie beispielsweise nach der Haftung infolge eines Unfalls zu klären. Daimler hat im Übrigen die ersten Fahrzeuge der neuesten Generation für 2020 angekündigt – die sich allerdings auf den Einsatz im überschaubaren Autobahn-Verkehr beschränken werden.

Fakt 7: Mobilität wird nachhaltiger, spontaner – und flexibler

Wie Carsharing und Bikesharing zeigen, geht die Tendenz in Sachen zukünftiger Mobilitätsmodelle eindeutig in Richtung „teilen statt besitzen“. Der zur Verfügung stehende Raum wird aufgrund steigender Bevölkerungszahlen zum kostbaren Gut. Dies erfordert innovative Lösungen wie Taxi, Bahn und Bus intelligent mit neuesten Methoden und Modellen zu verknüpfen. Das Smartphone wird hierbei eine zentrale und entscheidende Bedeutung haben, da es immer und überall einsatzbereit ist. So können Mobilitäts-Apps wie beispielsweise "moovel" genutzt werden, die eine flexible und spontane Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel ermöglicht. In der genannten App werden zum Beispiel alle Informationen hinsichtlich verfügbarer Verkehrsmittel in Verbindung mit der günstigsten, kürzesten oder schnellsten Route angezeigt. Außerdem ist es möglich, die meisten Verkehrsmittel direkt über die App zu buchen und zu bezahlen.

 

Quelle: abendzeitung-muenchen.de



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