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Freitag, 18.09.2020

Coronakrise: Neues staatliches Anreizprogramm in Sicht?




Aufgrund der Coronakrise hat der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) ein staatliches, dreistufiges Anreizprogramm für den Automarkt befürwortet. Die Importeure befeuern die Einführung höherer Kaufprämien für E-Autos, attraktive Kaufanreize für Fahrzeugmodelle mit wenig Verbrauch sowie eine Abwrackprämie.

Aufgrund der Corona-Pandemie sei im Sinne von Handel und Kunden ein überzeugendes und schnelles automobiles Konjunkturprogramm vonnöten, mahnt Reinhard Zirpel, Präsident des Branchenverbandes VDIK. Man habe Sorge, dass Kunden in diesen eher unsicheren Zeiten insbesondere bei alternativen Antrieben Zurückhaltung üben könnten.

Deshalb schlägt der VDIK eine Verdoppelung des staatlichen Anteils am bestehenden „Umweltbonus“ für E-Autos vor. Das bedeutet einen Anstieg auf 9000 Euro pro Fahrzeug, nachdem die Kaufprämie erst kürzlich auf 6000 Euro angehoben wurde. Von den Autoherstellern werden aktuell 50 Prozent des Zuschusses getragen, also maximal 3000 Euro. Zusätzlich sollen neue Kaufanreize für Fahrzeuge mit niedrigen Emissionswerten (< 95 g CO2/km) gegeben werden. Das würde beispielsweise auf viele Hybride und Kleinwagen zutreffen.

In der dritten Stufe denkt der VDIK an eine Abwrackprämie für ältere Fahrzeuge. Sie sollen den Anreiz für einen Tausch auf Verbrenner der neuen Abgasnormen Euro 6d und Euro 6dTemp attraktiver machen. Dadurch sei es möglich, Stickoxid-Emissionen weiter zu senken, sagt Zirpel. Für den Tausch denke man laut eines Verbandssprechers an Altfahrzeuge der Abgasnorm Euro 4 und schlechter, die erstmalig nur bis Ende 2010 zugelassen werden durften. Keine Angaben macht der Verband zur Höhe eventueller Fördersätze.

Peter Altmaier, Minister des Bundeswirtschaftsministeriums, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Klimaschutz bei etwaigen Staatshilfen für die Autobranche berücksichtigt werden sollte. „Wir müssen auch der Automobilindustrie helfen, die weltweiten Konjunktureinbrüche zu überstehen“, so der CDU-Politiker. Das sei aber „nur mit neuen innovativen Lösungen, die dazu führen, dass wir am Ende auch die Klimaziele der Bundesregierung schneller und besser erreichen“ zu machen.

Vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) wurde zügiges Handeln in der Debatte um Kaufprämien angemahnt. „Mit Ankündigungen, deren Umsetzung auf sich warten lässt, gäbe man dem Handel Steine statt Brot“, lautet die Erklärung von ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. Mit dieser Aussage machte Karpinski eine Anspielung auf die um mehrere Monate verzögerte Anhebung des Umweltbonus. In Erwartung einer höheren Prämie hatten viele Interessenten mit Zurückhaltung im Kaufverhalten reagiert.

Quelle: www.ecomento.de





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