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Dienstag, 13.11.2018

Richtige Gurtführung bei Kindersitzen vermindert Unfallgefahr



Angeschnallt - Gefahr gebannt? So einfach ist es leider nicht. Autofahrer können bei der Fixierung von Kindersitzen Einiges verkehrt machen. Unfallforscher Siegfried Brockmann erklärt die richtige Fixierung des Sitzes und die sichere Gurtführung, um Unfälle zu vermeiden.

Der Transport des Kindes im Kindersitz wiegt Eltern gerne in Sicherheit. Dabei kann dabei vieles falsch gemacht werden; vor allem bei der Gurtführung, wie Siegfried Brockmann von der UDV (Unfallforschung der Versicherer) erläutert. Oftmals sind die Gurte nicht straff genug angezogen oder laufen nicht durch die richtigen Öffnungen.

So geht es richtig!

Der entscheidende Unterschied liegt im Einbau des Sitzes und der Sicherung des Kindes. Bei den Kindersitzen der Gewichtsklassen von zirka 15 bis 36 Kilogramm (Sitze der Klassen 2 und 3) ist es dasselbe. „Da sichert der Gurt sowohl den Sitz als auch das Kind", so Brockmann. Bei diesen Sitzen muss der Beckengurt unter zwei Höckern hindurchgeführt werden. Allerdings gilt das auch für den Schultergurt auf der Seite des Gurtschlosses. „Das wissen viele nicht", warnt Brockmann. Nach dem Anschnallen des Kindes muss der Gurt straff gezogen werden und etwa in Höhe des Schlüsselbeins verlaufen. Viele Sitze haben hier noch eine weitere Führung.

Babyschalen entgegen die Fahrtrichtung montieren

Bei Babyschalen (Klasse 0/0+) und Sitzen der Klasse I (9 bis 18 Kilo) wird der Sitz erst mit dem Sicherheitsgurt oder aber direkt am Isofix-Befestigungssystem fixiert. „Mit Isofix sitzt der Sitz optimal straff drin." Ohne Isofix wird der Sitz über den Gurt gehalten. Eventuell muss hierfür der Sitz nach vorne geklappt werden. „Die Gurtführung kann sehr kompliziert und friemelig sein", sagt Brockmann. Schulter- und Beckengurt würde immer mal wieder vertauscht, oder der Gurt ist verdreht oder viel zu locker, so einige von Brockmann genannte Beispiele.

Beim Durchführen des Schultergurts muss er meist noch mithilfe einer Klammer positioniert und fixiert werden. „Man muss aber immer noch einmal am Sitz wackeln, der muss richtig straff drinsitzen". Denn im Falle eines Crashs schnellt dieser gerne durch die Heftigkeit des Aufpralls noch etwas nach vorne. Über den Hosenträgergurt des Sitzes, der sich mittels einer Zunge straffziehen lässt, wird das Kind gehalten. „Das Problem ist, dass das Kind das in der Regel nicht mag, aber das ist wirklich nötig", sagt Brockmann. Außerdem ist zwingend darauf zu achten, dass Babyschalen immer gegen die Fahrtrichtung fixiert werden müssen.

Nahezu 50 Prozent aller Kinder im Auto nicht richtig gesichert

Einer Stichprobe zufolge, im Auftrag des UDV von der TU Berlin von Juni bis September 2016 durchgeführt, fährt nahezu jedes zweite Kind unter zwölf Jahren (48 Prozent) falsch gesichert im Kindersitz mit. „Das Hauptproblem ist, dass die Leute Fehler machen und es nicht besser wissen", so Brockmann. Es gäbe in der Regel ausführliche Anleitungen, die allerdings oftmals nur schwer verständlich seien. Mit Sprachproblemen habe dies nicht wirklich etwas zu tun. „Auch Deutsche haben teilweise große Probleme zu verstehen, wie nun genau die Gurtführung sein soll", informiert der Unfallforscher.

Deshalb befürwortet Brockmann Anleitungsfilme und eine ausführliche Beratung: „Lassen Sie sich beim Kauf der Sitze deren korrekten Einbau mit den Gurten ausführlich im Fachhandel zeigen", empfiehlt Brockmann. Wer einen gebrauchten Sitz kaufe, müsse den Vorbesitzer in die Pflicht nehmen. Und fehlen hier die Anleitungen, sollten die Autofahrer bei den Herstellern nachfragen.

Die Studie hat außerdem zu Tage gebracht, dass 20 Prozent der Autofahrer bewusst ist, dass sie ihr Kind nicht korrekt im Kindersitz gesichert haben. Gefahren wurde trotzdem; entweder aus Zeitnot oder weil die Strecke nur kurz war. Bei der Stichprobe wurden insgesamt 1042 Personen befragt und deren Kindersitze gecheckt.

Quelle: augsburger-allgemeine.de



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