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Montag, 10.12.2018

Mehr Sicherheit für die Fahrt mit dem Wohnmobil



Damit die Fahrt im Wohnmobil sicher und entspannt ist, sollte bereits beim Kauf das tatsächliche Leergewicht ermittelt werden. Das gilt vor allem für gebrauchte Fahrzeuge. Hier reicht der Blick ins die Fahrzeugpapiere meist nicht aus, da gebrauchte Wohnwagen oftmals mit Extras nachgerüstet werden, so der Expertentipp von Lothar Angermund (ADAC).

Zu den erwähnten Extras zählen beispielsweise Anhängerkupplung, Solaranlage und Markise, die oftmals nachgerüstet werden und möglicherweise sogar ohne das Wissen des Fahrzeughalters zur Überladung des Wohnmobils führen können. Doch insbesondere die Überladung ist laut „Unfallforschung der Versicherer“ (UDV) für schwerwiegende Unfälle verantwortlich. Es wird daher empfohlen, die sogenannte „Zuladung“ des Fahrzeugs zu ermitteln. Mit leerem, jedoch vollgetanktem Fahrzeug wird das Wohnmobil beispielsweise auf der Waage einer Prüforganisation oder Mülldeponie gewogen. Die Differenz aus dem so ermittelten Gewicht und dem zulässigen Höchstgewicht (Papiere) ergibt die Zuladung, die für alles, was am Ende mit auf Fahrt gehen soll, ausreichen muss.

Zulässiges Gesamtgewicht und Achslasten nicht überschreiten

Angermunds Tipp: „Einfacher ist es, gleich mit dem bereits vollgepackten, reisefertigen Wohnmobil auf die Waage zu fahren.“ Das Gewicht von Haustieren und allen Passagieren muss ebenfalls eingerechnet werden. Die Achslasten sowie das zulässige Gesamtgewicht dürfen nicht überschritten werden. Andernfalls drohen Bußgelder. Liegt die Überladung 20 Prozent höher, gibt es sogar einen Punkt in Flensburg. Im Übrigen wird bei einer Überladung auch die Tragfähigkeit der Reifen in Mitleidenschaft gezogen, die das Platzen eines (oder mehrerer) Reifen zur Folge haben kann.

Für sogenannte Heckgaragen an Wohnmobilen gilt, die Hinterachse des Fahrzeugs nicht zu überlasten. Das ist vor allem bei Wohnmobilen mit Frontantrieb von Bedeutung, dass es sonst zu Transaktionsschwierigkeiten beim Anfahren bei Nässe oder an Steigungen kommen kann. Die Achslasten von Vorder- und Hinterachse lassen sich ganz einfach ermitteln, in dem jeweils nur mit der Hinter- beziehungsweise Vorderachse auf die Waage gefahren wird. Mit nur halbvollem Wassertank lässt sich Gewicht sparen. „Auch seinen kompletten Nahrungsvorrat kauft man erst am Zielort", so Angermunds Profitipp. Für die Reise sei Proviant völlig ausreichend.

Mehr Sicherheit an Bord: Gepäck richtig verstauen

Für mehr Sicherheit auf der Fahrt muss das Gepäck richtig im Wohnmobil verstaut werden. Schweres wird in Bodennähe untergebracht, vorzugsweise in Staufächern. „Während der Fahrt dürfen keine losen Gegenstände mehr herumfliegen können", warnt Angermund. „Leichtes wie Kleidung oder Kunststoffgeschirr kommt in die Oberschränke." Heutzutage lassen sich fast alle Fächer mit Klappen verschließen. In den Heckgaragen ermöglichen Verzurrschienen die Sicherung von Gepäckgut mit Spanngurten.

Auch für die Mitnahme von Haustieren sollten gewisse Regeln beachtet werden: „Einen Hund nimmt man speziell gesichert in einer Transportbox mit", so der Experte. Passagiere dürfen nur auf Sitzen Platz nehmen, die zum Fahren zugelassen und mit Gurten ausgestattet sind. Es gilt Anschnallpflicht während der Fahrt. Kindersitze in Wohnmobilen stellen oftmals ein Problem dar, bemängelt Angermund, „weil man die Kindersitze oft nicht ordentlich in der Sitzecke sichern kann". Der Kindersitz sollte dann auf dem Beifahrersitz befestigt werden.

Veränderte Bremswege, Rangieren und Einparken

„Die meisten Wohnmobile haben schlechtere Bremsen und längere Bremswege als Pkw", stellt Angermund fest. Bei Gefahr sollte nicht zögerlich, sondern möglichst stark gebremst werden. Wer zum ersten Mal ein Wohnmobil fährt, das noch dazu breit, lang und hoch ist, sollte das Fahren vor Antritt einer größeren Reise üben, vor allem im Hinblick auf das Einparken, Rangieren und den Gegenverkehr. Auch an das typische Wanken in Kurven müssen sich Neulinge erst gewöhnen. Daher gilt: Lieber etwas langsamer fahren, um sicher unterwegs zu sein und gut anzukommen.



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