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Dienstag, 02.06.2020

Autonomes Fahren: Hessen plant Pilotversuch mit Lkw




Für einen weiteren Test mit einem autonomen Fahrzeug auf der Autobahn plant aktuell die Verkehrsbehörde Hessen Mobil. Nach einem erfolgreichen Test im Juni 2018 befuhr ein autonom fahrender Lkw einen Seitenstreifen. Im bevorstehenden Test soll ein regulärer Fahrstreifen befahren werden.

Der Präsident von Hessen Mobil, Gerd Riegelhuth, teilte am Mittwoch in Frankfurt mit, dass die Verkehrsbehörde nun einen weiteren Test mit einem autonomen Fahrzeug auf der Autobahn plane. Dieses Mal handele es sich um einen Lastwagen, der Tagesbaustellen absichern soll. Ein erster Pilotversuch mit einem komplett unbesetzten Fahrzeug sei bereits erfolgreich verlaufen. Ein komplett unbesetztes Fahrzeug war während des Tests ausschließlich auf dem Seitenstreifen unterwegs. Im nächsten Testversuch solle ein regulärer Fahrstreifen befahren werden. Gespräche mit Projektpartner und Herstellern liefen bereits, bestätigte Riegelhuth.

Hessen Mobil hatte im Juni 2018 europaweit erstmals einen autonom fahrenden Lkw auf einer Autobahn im normalen Verkehr zum Einsatz gebracht. Er folgte auf der A3 einer Wanderbaustelle, um diese nach hinten abzusichern. Es ging dabei um die erhöhte Sicherheit für die Bauarbeiter, da insbesondere Lastwagen häufig an schweren Auffahrunfällen beteiligt sind. Parallel dazu sollten neue Erkenntnisse im Hinblick auf das autonome Fahren gesammelt werden.

Der Einsatz eines autonom fahrenden Lkws auf einem regulären Fahrstreifen sei eine neue Stufe für die Rechenkapazität autonomer Fahrzeuge, so Riegelhuth. „Das Fahrzeug muss ja die Spur wechseln können." Wann Autos tatsächlich ohne Fahrer über die Autobahnen brausen könnten, sei ebenso unklar wie Antworten auf zahlreiche technische Fragen. Gleiches gelte auch für Rechtsfragen. Trotzdem sei die Autobahn für derartige Tests am besten geeignet, da hier keine Fußgänger anzutreffen sind.

Weitere Pilotprojekte in Hessen

Zum Thema autonomes Fahren gibt es in Hessen noch andere Pilotprojekte. In Frankfurt sitzen Fahrer lediglich zum Eingreifen in elektrischen Kleinbussen, die am nördlichen Mainufer unterwegs sind. Die Fahrten sind für Jedermann kostenlos. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Hinter den angebotenen Fahrten stehen die Betreiber: die Frankfurter Verkehrsgesellschaft VGF, traffiq und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Allerdings ist es den als „Easy“ bezeichneten Fahrzeugen nicht erlaubt, schneller als 15 Stundenkilometer zu fahren. Ein autonomer Shuttlebus soll in Wiesbaden schon bald auf einem Klinikgelände in Wiesbaden umherfahren.

Für das automatisierte Fahren sei die digitale Kommunikation von Autos untereinander wie auch von Autos mit der Verkehrszentrale und der Verkehrsinfrastruktur derzeit ein äußerst dringendes Thema. Hierfür seien innerstädtische Grüne-Welle-Apps ein Beispiel, ergänzte Riegelhuth. Eine Anwendung, die vor Tagesbaustellen warne, sei von Hessen Mobil entwickelt worden - konzipiert für von den Niederlanden bis nach Österreich, also den gesamten „Euro-Korridor“. Damit diese Anwendung genutzt werden kann, brauche es ein Auto, das mit entsprechenden digitalen Assistenzsystemen ausgestattet sei.

Zur Verkehrssteuerung im Lande und um Autofahrern über Anzeigen an der Fahrbahn Informationen bezüglich möglicher Stauumfahrung zur Verfügung stellen zu können, werden viele Daten eigens von Hessen Mobil gesammelt, so der Behördenchef. Das geschehe über in die Fahrbahn eingelassene Messinstrumente, Radarsensoren in Schilderbrücken und Kameras. Außerdem müssen Tagesbaustellen in Hessen via GPS automatisch ihren Standort übermitteln. Des Weiteren werden von der Behörde bei Anbietern von Navigationssystemen weitere Daten hinzugekauft.

Quelle: www.sueddeutsche.de





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