KFZ-Zulassungen & Wunschkennzeichen
Mittwoch, 30.09.2020

Lange Wartezeiten für einen Termin bei den Kfz-Zulassungsstellen




Die Corona-Pandemie stellt das gesellschaftliche Leben in vielen Bereichen auf den Kopf. Beim An-, Um- und Abmelden von Kraftfahrzeugen müssen Autofahrer viel Geduld mitbringen. In Berlin, wie dieser Artikel zeigt, müssen sich Privatpersonen auf bis zu zehn Wochen einstellen.

Doch nicht nur in Berlin sind Termine bei den Kfz-Zulassungsstellen nicht mehr innerhalb von maximal fünf Tagen zu bekommen wie vor der Pandemie. Mittlerweile dauert es quer durch die Republik mindestens acht Wochen, bis das Auto zugelassen werden kann. In Berlin ist die Situation allerdings extrem: Wartezeiten von mindestens zehn Wochen sind in der Hauptstadt aktuell ganz normal. Nachstehend berichten Berliner Bürger von ihren Erfahrungen mit den Zulassungsstellen.

Denise Nehm (22): „Ich habe am 22. Juli ein Auto gekauft, der Termin zur Zulassung ist im Oktober. „Ich habe schon das Kennzeichen reserviert und die Schilder prägen lassen. Blöd ist, dass die Reservierung im September verfällt. Dann muss ich entweder neu zahlen, oder mein Wunschkennzeichen verfällt.“

Wartezeiten bis zu zehn Wochen

Die Zulassungsstellen von Kreuzberg und Lichtenberg haben keine kurzfristigen Termine zu vergeben. Da spielt es keine Rolle, ob es sich um private Fahrzeughalter, Autohäuser oder Werkstattinhaber handelt. Jeder der ein Fahrzeug an-, um- oder abmelden möchte, muss viel Geduld haben. Manchmal monatelang!

Martin Pallgen, Sprecher der Innenverwaltung sagte gegenüber der B. Z.: „Die KfZ-Zulassung ist aktuell bis 12. Oktober ausgebucht.“

Zusatzkosten aufgrund eines entwendeten Kfz-Kennzeichens sind Philip Milich (27) entstanden: „Mein hinteres Kennzeichen wurde Anfang Juli gestohlen. Von da an ging es los mit dem Ausfüllen von Formularen, aber Notfalltermine während der Pandemie? Fehlanzeige! Stattdessen musste ich mir ein Auto leihen, das kostet natürlich.“

Gründe und Entschuldigungen für die Misere gibt es viele. „Die volle Bearbeitungskapazität konnte unter den einzuhaltenden Corona-Infektionsschutzmaßnahmen noch nicht wieder erreicht werden“, ist eine davon. Und aufgrund der geltenden Abstandsregelungen könnten nicht alle Mitarbeiter eingesetzt werden. Hinzu käme, dass auch Mitarbeiter, die zur Risikogruppe gehören, nicht im Kundenservice arbeiten können. Demzufolge stehe aktuell insgesamt weniger Personal in den Zulassungsstellen zur Verfügung.

Roland Leuchte (76) hatte noch Glück, denn bei ihm war die Wartezeit noch deutlich kürzer: „Ich habe fünf Wochen auf meinen Termin gewartet. Ich war vorausschauend und habe noch vor dem Autokauf einen Termin gemacht. Zum Glück hat mein Sohn das mit den Online-Formularen übernommen, das ist nämlich gar nicht so einfach, ich weiß nicht, ob ich das alleine hinbekommen hätte.“

Komplizierte Formulare

Mittlerweile kann die Anmeldung für private Fahrzeughalter auch online beantragt werden. Der Aufwand beim Ausfüllen der Formulare ist allerdings sehr groß, da die Formulare sehr kompliziert sind. Auch Zulassungsservices und Autohäuser leiden unter der Bürokratie. Aktuell warten sie 21 Tage auf einen Termin: „Uns gehen so langsam die Kunden aus. Ich habe das Gefühl der Politik ist es egal, dass wir bald keinen Job mehr habe“ erzählt A. Ilmac (45), Betreiber eines Zulassungsservice. Da bleibt nur zu hoffen, dass sich die Abwicklung für Kfz-Zulassungen möglichst schnell wieder normalisiert.

Quelle: www.bz-berlin.de





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