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Montag, 21.08.2017
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Junger Gebrauchter oder Neuwagen?



Möglicherweise standen Sie auch schon einmal vor der Frage, ob das nächste Fahrzeug ein junger Gebrauchter oder ein Neuwagen werden soll. Um eine Entscheidung treffen zu können, sollte nicht nur der Preis, sondern auch die Vor- und Nachteile der beiden Varianten unter die Lupe genommen werden.

Ein nagelneues Auto mit individueller Extra-Ausstattung und die volle Garantie des Herstellers – ein Traum für viele Autofahrer. Doch es gibt auch Nachtteile. Die Neuwagen sind meist sehr teuer und verlieren zudem auch noch sehr schnell an Wert.

Fakt ist, dass der Preis für einen jungen Gebrauchten mit verhältnismäßig niedriger Kilometerleistung etwa 20 bis 25 Prozent unter dem Verkaufspreis eines vergleichbaren Neuwagens liegt. Nachteil ist, dass eine individuelle Ausstattung nicht wählbar ist. Weitere Nachteile sind:

- kein Erstbesitzer-Status,

- eventuell verkürzte Garantiezeiten,

- Extras, auf die der Käufer keinen Wert legt,

- Fehlende, für den Käufer interessante Ausstattungsmerkmale.

"Es ist schon ein bisschen so: Man muss das nehmen, was man bekommt", ist die Meinung von Helmut Klein (ADAC) zu jungen Gebrauchten. Im Vergleich zu einem Neuwagen, der oftmals in der höheren Abgasklasse fährt und individuell konfiguriert wurde, müssen Käufer eines jungen Gebrauchtwagens in ihren Ansprüchen flexibler sein. Außerdem, so Klein, seien Gebrauchte bis zu einem Alter von einem Jahr in den meisten Fällen mit einem Neuwagen zu vergleichen.

Ihr größter Vorteil jedoch ist, dass sie einfach weniger kosten. Wer sich dafür interessiert, bekommt bei einer Recherche im Internet entsprechende Informationen. 20 bis 25 Prozent weniger als für ein vergleichbares neues Fahrzeug inklusive Garantieverlängerungen durch den Hersteller sind dann durchaus drin. Junge Gebrauchte sind auch immer dann eine Alternative, wenn für Neuwagen in der bevorzugten Fahrzeugklasse das Budget nicht ausreicht. „Die Ersparnis eines jungen Gebrauchten kann man eventuell zu einem Klassenwechsel nutzen", sagt Klein.

"Der Markt an jungen Gebrauchten ist voll", so die Information von Prof. Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des „Center Automotive Research“ (CAR) der Uni Duisburg-Essen. Da stehen oftmals Vorführ- und Dienstwagen auf dem Hof, die nur wenige Monate geleast worden waren. Wagen mit Tageszulassung werden nur für einige Tage zugelassen und dann wieder abgemeldet. Diese kurzen Zeiträume genügen, um aus einem Neu- einen Gebrauchtwagen zu machen. Händler können so ihre Zulassungsziele erreichen, die ihnen die Prämien der Autohersteller sichern. Der Vorteil für die Kunden: hohe Rabatte, in der Regel um die 25 Prozent auf den Neupreis, so Dudenhöffer weiter. Weniger sollten es keinesfalls sein: „Für weniger als 20 Prozent Nachlass kauft man kein Fahrzeug mit Tageszulassung."

Tageszulassungen seien quasi-neu, so Ansgar Klein (Bundesverband freier Kfz-Händler). Autokäufer sollten ihre Kaskoversicherung aber dahingehend prüfen, ob sie für ein Fahrzeug mit Tageszulassung eine sogenannte Neuwertentschädigung zahlt. Insbesondere bei Kompakt- und Kleinwagen seien Tageszulassungen verbreitet, so Dudenhöffer weiter. Bei Mittel- und Oberklasse-Fahrzeugen hingegen gehen Händler und Hersteller zwecks Absatzsteigerung in den Firmenwagenbereich. Bei Importmarken (Asien, Frankreich) gebe es laut Dudenhöffer, viele ansprechende Tageszulassungsangebote. Bei Audi oder BMW seien die Angebote jedoch begrenzt.

Wer sich informieren möchte, sollte sowohl im Netz als auch beim Händler vorbeischauen.

„Dabei kann man ruhig auf bestimmte Angebote aus dem Netz verweisen, um einen besseren Preis zu verhandeln", so Ansgar Kleins Empfehlung. Die Bezeichnung "jung" sollte etwas großzügiger verstanden werden. Gerade in der Mittel- bis Oberklasse seien drei- bis fünfjährige Modelle mit weniger als 100 000 Kilometer Laufleistung meist eine gute Entscheidung. „Diese kommen häufig gut gepflegt aus Geschäftsflotten und kosten bisweilen sogar weniger als 50 Prozent vom Neupreis."

 

Quelle: augsburger-allgemeine.de (dpa)



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