KFZ-Zulassungen & Wunschkennzeichen
Montag, 10.12.2018

Zukunftsvision: Das Auto meldet sich bald selbst zum Service an



Die fortschreitende Digitalisierung macht auch vor Kfz-Werkstätten nicht Halt. Autos vernetzen sich untereinander – die Datenautobahn gewinnt zunehmend an Schnelligkeit. Es wird nicht mehr allzu lange dauern, dann wird sich ein Fahrzeug völlig selbständig in der Werkstatt zum Service anmelden. Viele Automobile verfügen bereits über den hierfür erforderlichen Mobilfunkanschluss.

Schon heute nimmt die Kommunikation zwischen Autohaus und Auto zu – und mehr und mehr bestimmten Daten den Alltag der Werkstätten. Messgerät und Ölstab werden durch Fehlercodes sicher ersetzt. In Zukunft werden Autos ihre Werkstatt vielleicht mit den Worten begrüßen: „Hallo Werkstatt, ich bin’s, das Auto.“

Was vor Jahren noch wie Sci-Fi klang, ist heute schon fast Realität. Daten können beispielsweise bei der Inspektion im Zuge einer Fahrzeugdiagnose über eine standardisierte Schnittstelle ausgelesen werden. Zunehmend verfügen die Autos über eine im Auto verbaute SIM-Karte, über die sie mit der Werkstatt über Mobilfunk kommunizieren und technische Daten übertragen kann. Sogar eine Übermittlung der genauen Anzahl der Insassen kann bei einem Unfall über Sensoren in den Airbags übermittelt werden.

Ab 2018 wird der Datenfluss über die Notruf-Funktion eCall automatisch erfolgen. Nicolaus Gollwitzer (Leiter Globale Telematik, Vodafone) erklärt weiter: „Bei allen anderen Anwendungen muss der Autobesitzer zunächst zustimmen, dass Daten seines Autos über die SIM-Karte verschickt oder empfangen werden dürfen.“ Diese Art der Kommunikation wird unter dem Begriff „Telematik“ zusammengefasst.

Ist der Autofahrer mit der Datenübertragung einverstanden, ist ein reger Austausch zwischen Auto und Werkstatt oder Hersteller möglich. BMW verschickt bereits Updates für das Navigationssystem über die SIM-Adresse des Fahrzeugs.

Im Umkehrschluss sind Werkstätten in der Lage, Fehlercodes von Autos zu erhalten. „Werden bestimmte Fehlercodes priorisiert, meldet das Fahrzeug dies automatisch dem Servicebetrieb, und der wiederum kann den Kunden wegen eines Termins kontaktieren“, erläutert Gollwitzer. Zum vereinbarten Termin sind bereits notwendige Ersatzteile auf Lager. „Der gesamte Werkstattablauf kann besser geplant werden, und der Kunde erhält schon bei der telefonischen Terminvereinbarung eine genauere Kosteneinschätzung“, ergänzt Joseph Schloßmacher (Audi).

„Die Arbeit am Fahrzeug selbst wird sich nicht groß verändern, die Werkzeuge und Servicegeräte hingegen entwickeln sich weiter“, so Ulrich Köster vom ZDK (Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe). Die Mechatroniker werden künftig dazu befähigt sein, in ihren Werkstätten vermehrt Arbeiten via Fernwartung vorzunehmen. Das bedeutet für den Autofahrer sowohl Zeit- als auch Kostenersparnis. Johannes Boos (ADAC) erklärt es so: „Reparaturen können statt nach festen Wechselintervallen noch mehr nach Bedarf ausgeführt werden, was die Kosten für Wartung und Reparatur sinken lassen kann.“

Bisher gibt es in puncto Telematik noch keine für alle Automarken einheitliche Plattform. Deshalb sind zurzeit die meisten Autobesitzer noch auf das Werkstattnetz der eigenen Automarke angewiesen. ZDK wie auch ADAC fordern bereits eine Standard-Plattform.

Boos warnt in diesem Zusammenhang: „Falls die Telematik-Schnittstelle von einem einzigen Interessensvertreter, zum Beispiel einem Fahrzeughersteller, kontrolliert wird, gibt es keine Wahlfreiheit für den Verbraucher.“ Und Köster ergänzt: „Der Kunde soll darüber entscheiden, welchem Anbieter er Zugang zu seinem Fahrzeug gewähren will.“

Bereits heute verfügen viele Fahrzeuge der Mittel- und Oberklasse ab Werk über eine fest verbaute SIM-Karte. Deshalb ist schon aktuell vieles machbar: Werkstatt-Button, WLAN-Hotspot, Standortdaten über eine App. Spätestens ab 2018 werde mit Einführung von eCall die Anzahl der SIM-Karte erneut deutlich ansteigen. Gleiches gelte für die Verbreitung der Telematik-Dienste, so die Meinung des ADACs.

Quelle: focus.de



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StrassenOpa
vor 2 Jahren und 7 Monaten
Magazinbeiträge

Hallo, eure Magazinbeiträge sind echt interessant und informativ. Ich schaue mittlerweile fast täglich vorbei um zu sehen was es Neues gibt. Vielen Dank!