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Sonntag, 23.09.2018

Zehn Tipps für eine erfolgreiche Frühjahrskur fürs Auto



Trotz oder gerade wegen der klirrenden Kälte freuen sich die Autofahrer auf den nahenden Frühling. Doch bevor sie den genießen können, muss auch das Fahrzeug auf den Frühling vorbereitet werden. Der Winter verlangt dem Auto jedes Jahr aufs Neue viel ab, egal ob er hart oder eher mild war. Ein Wechsel von Winter- auf Sommerreifen reicht jedenfalls nicht aus, um ein Fahrzeug frühlingsfit zu machen. Nachfolgende zehn Schritte helfen dem Fahrzeug auf die Sprünge.

Die Autowäsche

Sie ist Grundbestandteil des Zehn-Punkte-Frühjahrsplans. Die Vorarbeit wird mit einem Hochdruckreiniger vorgenommen. Philipp Sander vom Automobilclub Mobil Deutschland erklärt das so: „Dadurch lässt sich gut grober Schmutz entfernen, der in der Waschstraße eventuell den Lack beschädigen könnte.“ Die erste Wäsche im Frühjahr ist auch wegen des vielen Streusalzes wichtig. Besonders der Unterboden und die Seitenschweller sammeln besonders viele Salzablagerungen an, die den Lack angreifen können.

Lackkontrolle

Ist der Wagen sauber, lohnt sich eine nähere Begutachtung. Durch Streusalz und Streusplit können im Winter Lackschäden entstanden sein. Sander erklärt: „Kleinere Beschädigungen lassen sich in der Regel mit speziellen Lackstiften gut beseitigen, ansonsten empfiehlt sich der Weg in eine Fachwerkstatt.“ Außerdem rät er dringend davon ab, Lackschäden unbehandelt zu lassen. „Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich Rostnester bilden, deren Beseitigung dann deutlich teurer wird.“

Reifenwechsel

Wann soll der Reifen gewechselt werden? Stimmt die Hausregel von O wie Oktober bis O wie Ostern? Diese Fragen stellt sich wahrscheinlich jeder Autofahrer. Ein Wechsel auf Sommerreifen sollte dann stattfinden, wenn sich die Temperatur dauerhaft bei mindestens sieben Grad einpendelt. Dabei sollte auch gleich die Profiltiefe der alten Winterreifen geprüft werden. Sanders Rat lautet: „Liegt diese unter 4 Millimetern, können für den nächsten Winter bereits neue Reifen eingeplant werden. „Die Mindestprofiltiefe ist in Deutschland auf 1,6 mm gesetzlich vorgeschrieben. Und außerdem sollte nicht vergessen werden, dass der Reifendruck der Sommerreifen in der Regel ein anderer ist als der Druck in den Winterreifen. Deshalb muss das Reifendruck-Kontrollsystem (kurz RDKS) neu eingestellt werden.“

Bremskontrolle

Sind die Reifen abmontiert, ist ein Blick auf die Bremsanlage ganz einfach möglich. Ebenso wichtig ist eine Prüfung der Bremsleitungen. Anja Smetanin vom Auto Club Europa (ACE) erklärt die Folgen durch Rollsplit: „Die Konservierung kann durch Rollsplitt kleinere Macken bekommen haben, die bei Einwirkung von Salzwasser zu Korrosion neigen.“

Blick unter die Haube

Der Blick unter die Haube ist doch nicht nötig, schließlich war sie doch den ganzen Winter über verschlossen! Das mag sein, dennoch kann sich über die kalten Monate einiges unter die Motorhaube angesammelt haben. „Oft sammelt sich Laub an, wodurch sich schnell eine schleimige Schicht bilden kann“, sagt Smetanin. Neben dem Motorraum sollten auch alle Füllstände überprüft werden. Scheibenwischwasser, Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlflüssigkeit müssen volle Stände aufweisen. Auch ein Test des Ladezustandes der Autobatterie ist sinnvoll. Mit einem Pol-Spray können die Batteriepole vor Korrosion geschützt werden. Expertin Smetanin erachtet eine Motorwäsche nicht unbedingt für notwendig. Diese sollte, wenn überhaupt, nur von einem Fachmann durchgeführt werden.

Wischerblätter prüfen

Kalte Temperaturen und Salz sind der Tod für Wischergummis. „Durch den Schmutz und das Salz auf der Scheibe sind die Wischerblätter meistens schon ziemlich abgenutzt, früher oder später fangen sie also an zu schmieren“, bestätigt Sander. Neben den Wischergummis werden auch die Dichtungsgummis von Türen und Scheiben angegriffen. Daher sollten auch diese auf poröse Stellen und Risse überprüft werden. Erneuern lassen sich die Dichtungen mit Dichtung- oder Silikonfett und warmen Wasser.

Innenreinigung

Die Winterhelfer wie Scheiben- und Schlossenteiser, Eiskratzer und Schneeketten gehören aus dem Auto geräumt und der Innenraum ordentlich gereinigt. Vor allem sollte die Windschutzscheibe von innen nicht vergessen werden.

Filter wechseln

Besonders der Innenraumfilter sammelt eine hohe Konzentration von Ruß, Pollen und Staub. Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (kurz ZDK) bestätigt: „Ein sauberer Filter verringert die Verbreitung von Keimen und das Sicherheitsrisiko beschlagener Scheiben.“ Es wird empfohlen, den Innenraumfilter nach spätestens 15.000 Kilometern zu wechseln.

Fahrwerksprüfung

Zur Fahrwerksüberprüfung sagt Ulrich Köster: „Das gilt besonders dann, wenn man viele Schlaglöcher erwischt hat.“ Durch Schlaglöcher werden die Stoßdämpfer stark beansprucht und dies kann negative Auswirkungen auf den Bremsweg haben. Ebenso sollten auch Spurstangen, Querlenker oder Federbeine überprüft werden. So kann etwa ein Poltern an der Vorderachse auf ausgeschlagene Lager der Lenker oder beschädigte Koppelstangen hinweisen.

Langer Stillstand

Der ACE rät Autofahrern, die ihren Wagen den kompletten Winter über in der Garage geparkt haben, eine gründliche Komplettdurchsicht durchzuführen. Der ACE empfiehlt auch ein professionelles Fahrertraining zur Minimierung des Unfallrisikos. Spezielle Sicherheitstrainings gibt es auch für Camper mit Wohnmobil oder Wohnwagen.

 

Quelle: focus.de



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