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Montag, 10.12.2018

Vorbereitung des Fahrzeugs auf die kalte Jahreszeit: Werkstattprofi oder Fahrzeughalter?



Die Tage werden kürzer und in wenigen Monaten steht der Winter vor der Tür. Nun stellt sich die wichtige Frage, wie das Fahrzeug winterfest gemacht werden kann.

Ist ein Besuch in der Werkstatt notwendig oder kann der Fahrzeughalter auch selbst einiges tun, um gut vorbereitet in die kalte Jahreszeit zu gehen? Nachstehend Empfehlungen dreier Experten (vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat, Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe und dem Automobilclub von Deutschland) zu den wichtigsten Themenbereichen.

Überprüfung von Elektrik und Batterie

Kälte wirkt sich auf den Stromfluss in der Batterie aus. Er wird vermindert, gleichzeitig nimmt der Widerstand zu, das Motoröl wird zähflüssiger. Herbert Engelmohr vom ACE: „Der Starter muss dann eine größere Trägheit des Motors überwinden. Das schafft er nur, wenn die Batterie genügend Strom zur Verfügung stellen kann.“ Deshalb sollte vor Wintereinbruch in der Werkstatt folgendes überprüft werden:

- Säuredichte

- Flüssigkeitsstand der Batterie

- Ladestrom der Lichtmaschine

Der Autobesitzer kann im Übrigen selbst testen, ob ein guter Kontakt der Masseverbindungen zu Beleuchtung, Motormanagement und Anlasser besteht.

Profiltiefe der Winterreifen

Winterreifen sollten nach Meinung der AvD eine Tiefe von mindestens vier Millimetern haben. Der AvD ist der Auffassung, dass 1,6 Millimeter, die für die Gesamtlauffläche in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben sind, für eine sichere Fahrt nicht genügen.

Wer seine eingelagerten Winterreifen wieder aufziehen möchte, sollte vor dem Reifenwechsel checken, ob sie bei der Lagerung keinen Schaden genommen haben. Neben der Tiefe des Profilbelages sollte das Gummi auf Brüchigkeit oder Risse gecheckt werden. Reifen, die über die eingebaute Verschleißanzeige TWI (Tread Wear Indicator) verfügen, seien am entsprechenden Aufdruck „TWI“ zu erkennen, so Engelmohr. Quer zu Laufrichtung befinden sich im Profil kleine Stege. Liegen sie auf gleicher Ebene mit dem abgefahrenen Profil, ist ein Reifenwechsel erforderlich.

 

Lackschutz vor Salz und Korrosion

 

Nach Auffassung von Arne Joswig, Vorstand im ZDK (Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe) gibt es da nur eine Option:

„Der graue Schleier aus Salz muss weg. Sonst frisst sich der Mix aus Dreck, Salz, Lauge und Rollsplitt ruckzuck in die „Autohaut“. Deshalb wird empfohlen, das Auto einmal wöchentlich durch die Waschstraße zu fahren. Zuvor sollte mit Handfeger und Hochdruckreiniger grober Schmutz und Schnee vom Fahrzeug entfernt werden. Und auch das Auto freue sich über eine besondere Pflege, so Joswig weiter: „Einmal im Monat vertragen Autos im Winter eine Wellnesskur mit Heißwachs und Unterbodenpflege.“

Auffüllen des Kühler-Frostschutzes

In diesem Punkt hat Joswig eine ganz klare Meinung: Dieser Wartungsvorgang ist unbedingt von den Profis in den Kfz-Meisterbetrieben durchzuführen. Frostschutz gehört zum Sondermüll und erfordert eine entsprechende Entsorgung. Ebenso wichtig sei es laut Joswig, das vorgeschriebene Kühlmittel der Fahrzeughersteller einzufüllen. „Falscher Frostschutz kann die winzigen Kühlkanäle verstopfen und Dichtungen sowie Schläuche angreifen“, so Joswig weiter. „Solange der Motor noch heiß ist und der Behälter damit noch unter Druck steht, sollte der Behälter keinesfalls geöffnet werden.“

Viskosität des Motoröls

Laut Aussage vom Experten sollten „moderne Leichtlauföle mit niedriger Viskosität“ zum Einsatz kommen. Sie könnten sowohl sehr niedrige als auch sehr hohe Temperaturbereiche abdecken, so Joswig. Die niedrige Viskosität sorgt dafür, dass die Schmierleistung sowohl nach einem Kaltstart als auch auf kurzen Strecken gut sei. Weiterhin erläutert er: „Das deutlich verbesserte Fließverhalten gegenüber Mineralölen ermöglicht eine schnellere Durchölung und einen geringeren Reibverlust im Motor.“

Überprüfungen durch den Autofahrer

Frostschutz mittel kann der Autofahrer mit einem handelsüblichen Frostschutzprüfer selbst testen. Carla Bormann vom DVR (Deutscher Verkehrssicherheitsrat): „Der Frostschutz im Kühler sollte bis zu einer Temperatur von minus 30 Grad gewährleistet sein.“ Die Vorbereitung zum Schutz der Türdichtungen gegen Frost kann ebenfalls vom Fahrzeugbesitzer übernommen werden. Damit das Dichtungsgummi nicht am Blech anfriert, könne Silikon, Hirschtalg oder Silikon verwendet werden.“

Einstellen der Beleuchtung

«Viele moderne Autos haben eine Courtesy- oder Coming-Home-Funktion, die das Licht einschalten, sobald man den Wagen zu- oder aufschließt», erklärt AvD-Experte Joswig. In der Betriebsanleitung könne nachgelesen werden, wie diese Funktion bei starkem Frost abgestellt werden kann, um beim Kaltstart Strom zu sparen. Noch ein Tipp vom Experten: „Beim Tagfahrlicht brennen bei den meisten Autos keine Heckleuchten. Daher sollte bei schlechtem Wetter und Dämmerung das Licht eingeschaltet werden.“

Scheiben eisfrei halten

Scheibenwischwasser mit ausreichend Frostschutz (vorgefertigte Mischungen garantieren Frostschutz bis minus 20 Grad) oder am Abend aufgebrachte Thermoplanen halten den Frost in Schach. Ist die Eisschicht zu dick, helfen Profi-Enteisungsmittel, mit deren Hilfe sich das Eis nach dem Aufsprühen und kurzer Einwirken leicht von den Scheiben kratzen lässt. Dabei jedoch Scheinwerfer, Kennzeichen und Rückspiegel nicht vergessen.

 

Wer jedoch nichts dem Zufall überlassen und lieber auf Nummer Sicher gehen möchte, der lässt sein Auto vor Beginn der kalten Jahreszeit vom Profi überprüfen und winterfest machen. Hier bietet zum Beispiel A.T.U Die Meisterwerkstatt einen besonders günstigen Winter-Check an.



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