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Samstag, 19.09.2020

Das sind die beliebtesten Autofarben




Das sind die beliebtesten Autofarben Aktuell ist die Mehrzahl der Autos nicht farbig, sondern schwarz, grau oder weiß lackiert. Allerdings sehen die Experten mittelfristig eine Tendenz zur mehr Farbe.

Ein knallgelbes oder pinkfarbenes Auto zieht sofort alle Blicke auf sich. Beide Farben sind aber eher die Ausnahme. Schwarz, grau oder weiß lackierte Fahrzeuge sind hingegen sehr beliebt. Etwa 75 Prozent der Neuwagen werden genau in diesen Farben bestellt, wie die Zahlen des Kraft-Bundesamtes belegen. Aber warum entscheiden sich so viele Autofahrer eher für triste Farben? Professor Paolo Tumminelli von der Köln International School of Design verweist zunächst auf den Unterschied zwischen Trend und tatsächlichem Autobestand: „Nach wie vor verkaufen sich Schwarz- und Grautöne am besten. Doch auch Erd- und Sandtöne liegen als Metallic-Lacke voll im Trend.“ Auch die Farbe Weiß gewinnt seit über zehn Jahren zunehmend an Bedeutung. In Deutschland steht Weiß mittlerweile in der Liste der beliebtesten Autofarben auf Platz 3.

Vor rund 50 Jahren waren Autos noch bunter

Bis in die Siebziger Jahre waren hingegen farbige Lackierungen wie Grün oder Orange trendy, während gedecktere Farben nicht so gut ankamen. „Heute dominieren eher technische Farben wie Grau, Grün ist eher selten geworden“, sagt Tumminelli.

Allerdings gebe es auch Autohersteller, die ganz bewusst auffälligere Lackierungen förderten, ergänzt der Professor. Ferrari-Rot ist schon seit Jahrzehnten präsent. Mazda präsentiert seine neueren Modelle in einem leuchtenden Magmarot. Ein Großteil der Mazda-Kunden ordert ein Fahrzeug dieser Farbe. Bei der Mercedes A-Klasse (Polarweiß) wie auch der S-Klasse (Obsidianschwarz) dominieren hingegen die aktuellen Trendfarben.

Mehr Mut zur Farbe spiegelt Tendenz zur E-Mobilität wider

Blau gilt als sportlich und technisch - und gehört aktuell zu den beliebtesten Autofarben. Auch Tumminelli sieht in den kommenden Jahren eine steigende Tendenz zu helleren Metallic-Lacken, etwa einen Mix zwischen Azzurro-Blau und Silber. „Die Farbe spiegelt den Trend zur Elektromobilität wider, weil es eine technische Farbe ist.“ Grau und Schwarz blieben jedoch weiterhin bei den Autofahrern beliebte Wagenfarben.

Wer mit der Wahl der Lackfarbe etwas Spezielles ausdrücken möchte, entscheidet sich für buntere Töne. Insgesamt kauft die Mehrheit der Kunden jedoch weiterhin konservativ. „Das Auto bleibt eine ernsthafte Investition. Kunden orientieren sich am öffentlichen Bild: Was auf der Straße gesehen oder in der Werbung gepusht wird, wird auch gern gekauft.“

Blau ist stark, Grün eher selten

Der Chefdesigner von Lackhersteller BASF Coatings in Münster, Mark Gutjahr, spürt die Lacktöne der Zukunft auf. Der Hersteller BASF beliefert nahezu alle Hersteller und gehört zu den Marktführern Europas. Apropos: Etwa 700 unterschiedliche Farbtöne seien zurzeit auf dem europäischen Markt - und jeder Autobauer habe seine eigene Farbpalette, erklärt Gutjahr. Vor allem Blau und Grau seien aktuell absolut trendy. Unter dem Farbangebot für Europa befänden sich mittlerweile 135 Blautöne. Das zeige den starken Zuwachs der Farbe Blau in der Automobilbranche.

Grün werde dagegen eher selten bestellt, obwohl viele Töne existent seien. Aggressives Limonengrün sei mittlerweile von einem eher eleganten Smaragdgrün abgelöst worden, so Gutjahr weiter. Auch Grau gebe es heute in vielen Schattierungen und halte für die Kunden eine große Vielfalt bereit, sagt der Designer.

Wärme Farben für eine warme Ästhetik

Für die Zukunft sieht Gutjahr aber auch die Farben Gold und Beige im Trend. „Das kann sehr elegant aussehen, wenn der Ton zwischen Grau und Beige changiert.“ In den nächsten Jahren werden nach Auffassung des Designers wärmere Farben stärker nachgefragt werden. Seine Erklärung: „Das geht aus der gesellschaftlichen Situation hervor. Viele Menschen sehen sich in einer als kälter empfundenen Welt nach einer wärmeren Ästhetik.“

Auch der Graubereich werde durch Rotstiche zukünftig wärmer werden. „Silber nimmt dagegen ab. Das steht für eine veraltete Technologie wie noch in den 2000er Jahren“, so Gutjahr. „Das will keiner mehr haben.“ Vor 15 Jahren lag der Silberanteil noch bei über 30 Prozent, heute nur noch bei 10 Prozent.

Quelle: www.thueringer-allgemeine.de





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