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Montag, 10.12.2018

Dachboxen schaffen mehr Stauraum



Die Herbstferien sind nicht mehr weit und die Planung für die Urlaubsreise mit dem Auto ist bei vielen Menschen schon in vollem Gange. Vor allem der Gedanke daran, wie das ganze Gepäck in das Auto passen soll, wird zu einem grundsätzlichen Thema. Dachboxen schaffen da Abhilfe. Sie können leicht auf dem Dach montiert werden und bieten jede Menge Stauraum. Trotzdem sind vor dem Kauf und der Inbetriebnahme einige Punkte zu beachten.

„Vor dem Kauf sollten Interessenten in die Bedienungsanleitung ihres Autos schauen", so der Rat von Philipp Schreiber (TÜV Süd). Hier steht, ob und bis zu welchem Gewicht eine Dachlast für das Fahrzeug überhaupt zulässig ist. Sie liegt meist zwischen 50 und 100 Kilogramm. „Auf den meisten Autos, ausgenommen Cabrios, lässt sich eine Dachbox montieren", stellt Schreiber fest. Wer in den Ski-Urlaub fährt, sollte sich für eine lange Dachbox entscheiden, die auch Skier aufnehmen kann. „Wer nur in den Sommerurlaub fährt, greift besser zu kürzeren und breiteren Dachboxen", rät Schreiber. Die Montage sollte idealerweise mittig und in einer Linie auf dem Dach des Autos erfolgen. Zudem sollte die Box möglichst weit vorne befestigt sein, so dass sich die Heckklappe noch öffnen lässt.

Ist eine Entscheidung hinsichtlich Form, Volumen und Größe gefallen, muss die Befestigungsart geklärt werden. „Es gibt Befestigungsmöglichkeiten mittels Montage an der Dachreling, an der Regenrinne oder an vom Autohersteller angebrachten Befestigungspunkten", erklärt Thomas Caasmann (GTÜ). Bei neueren Fahrzeugmodellen sind die Punkte für die Befestigung in der Regel vorgegeben. Bleibt nur noch die Frage offen, ob für die favorisierte Dachbox dort Befestigungsmöglichkeiten vorgesehen sind, wo die Dachgepäckträger sitzen.

Montagesysteme mit Schnellverschlüssen sind besonders praktisch, da sie sich schneller und bequemer montieren lassen als Schraubsysteme. Auch die Wahl der Seite, zu der sich die Box öffnen lassen soll, sollte vor dem Kauf geklärt werden. Möglich wäre

- nach links oder rechts,

- beidseitig

- nach hinten

Die Empfehlung von Caasmann ist eindeutig: „Eine beidseitige Öffnung des Deckels bietet immer einen besseren Zugang zum neuen Laderaum.“

Eine Alternative zu den aufklappbaren Boxen sind sogenannte Softboxen. Sie bestehen aus einem Gestänge, einer Art Zeltplane und einer Bodenwanne. Ihr Vorteil ist, dass sie platzsparend verstaut werden können. Allerdings sind sie in der Handhabung weniger komfortabel und auch weniger aerodynamisch.

Was bei einer Dachbox noch berücksichtigt werden muss

Es gibt noch andere wesentliche Kriterien, die bei der Auswahl einer Dachbox Berücksichtigung finden müssen:

- Höhe der Box inklusive Auto

- zulässige Höchstgeschwindigkeit mit Box

- Möglichkeiten der Ladungssicherung

Diese Informationen sind den Fahrzeugpapieren und den Daten für die jeweilige Dachbox zu entnehmen. „Wichtig bei Reisen sind auch der Diebstahlschutz des Inhaltes und der ganzen Box sowie eine Wasserdichtheit gegen Regen- und Spritzwasser", so Caasmann weiter. Spezielle integrierte Schlösser werden von einigen Herstellern bereits angeboten.

Die richtige Beladung der Dachbox

Systematisches Packen der Dachbox ist laut Empfehlung von Carsten Graf (ADAC) insbesondere für die Urlaubsreise von Bedeutung: „Für die Beladung gelten die gleichen Regeln wie für die Beladung des Kofferraums: schwere Sachen nach unten, leichte nach oben." Im vorderen Bereich der Box werden Decken, Schlafsäcke und Taschen verstaut. „Das vermindert die Gefahr, dass spitze Gegenstände die Box bei einem Unfall durchschlagen", sagt Graf. Zudem muss das Gepäck mit Zurrgurten befestigt und gesichert werden, damit die Box bei einem Aufprall oder einer Vollbremsung nicht durchschlagen wird.

Außerdem gilt: „Die Dachbox darf keinesfalls überladen werden, und die zulässige Dachlast des Fahrzeuges ist zu beachten", warnt Graf. Die Dachlast errechnet sich aus der Summe Gewicht Dachträger plus Beladung plus Leergewicht Dachbox. Durch den höheren Schwerpunkt wird das Fahrverhalten negativ verändert, das Auto muss anders gelenkt werden. Zudem passen Fahrzeuge durch den Dachaufbau nicht mehr in Parkhäuser oder Garagen. Auch das Tempo muss beim Fahren angepasst werden. Und durch die vergrößerte Seitenfläche reagiert das Auto nun auch auf Seitenwind empfindlicher. „Besonders nach Waldstücken und auf Brücken ist deshalb erhöhte Vorsicht geboten", warnt Graf. Nach einigen Kilometern Fahrt sollte sowohl die Befestigung der Ladung als auch der Box nochmals überprüft und bei Bedarf nachgespannt werden.

Übrigens – eine gute Dachbox muss nicht zwangsläufig teuer sein. Vom ADAC wurden Modelle mit einem Kaufpreis zwischen 200 und 700 Euro getestet. Der Testsieger wurde mit „sehr gut“ bewertet, diese Box kostet 408 Euro. Mit „gut“ hat jedoch eine Box abgeschlossen, die „nur“ 194 Euro kostet.

Aus dem Urlaub zurückgekehrt, sollte die Dachbox sofort wieder abgenommen und im Keller oder der Garage verstaut werden. Denn das zusätzliche Gewicht erhöht leider den Spritverbrauch. Und dieses eingesparte Geld kann gleich wieder für den nächsten Urlaub zurückgelegt werden.

 

Quelle: waz-online.de (dpa)



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