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Samstag, 23.03.2019
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Führerscheinprüfung: Jeder Dritte fällt durch



Wie eine Statistik des Kraftfahrtbundesamtes zeigt, stehen die meisten Führerscheinprüfling eher mit der Theorie als mit der Praxis auf Kriegsfuß. Obwohl die Anforderungen bundesweit einheitlich sind, gibt es im Vergleich der einzelnen Bundesländer spürbare Unterschiede. Warum die Durchfallquoten so hoch sind, sollen Experten analysieren.

Bei den Ergebnissen der Führerscheinprüfung zeigt sich, dass immer mehr Fahranfänger durch die Prüfung rasseln. Die Durchfallquote der theoretischen Prüfung ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 39 Prozent gestiegen. Der Prozentsatz für nicht bestandene praktische Fahrprüfungen erhöhte sich im gleichen Zeitraum um ein Prozent auf 32 Prozent.

Trotz gleicher Anforderungen in allen Bundesländern liegen die Ergebnisse im Vergleich weit auseinander. In Hessen fallen Fahrschüler mit 31,4 Prozent am seltensten durch die theoretische Prüfung, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 32,2 Prozent und Niedersachsen mit 33,9 Prozent. Die höchsten Durchfallquoten im theoretischen Teil der Fahrprüfung sind in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin zu verzeichnen. In diesen Bundesländern lag die Quote bei über 40 Prozent. Ähnlich sieht es auch bei den Ergebnissen der praktischen Prüfung aus. Hier ist Hessen mit einer Durchfallquote von 23 Prozent im bundesweiten Vergleich Spitzenreiter.

Höhere Durchfallquoten in Deutschland bestätigen internationalen Trend

Die Frage, warum immer mehr Fahranfänger durch die Führerscheinprüfung fallen, können die Verkehrsexperten nicht klar beantworten. „Wir stochern noch etwas im Nebel“, sagt der Referatsleiter für junge Kraftfahrer des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR), Hendrik Pistor. Fest steht, dass höhere Durchfallquoten einem internationalen Trend entsprechen. Das nahmen Forscher der BASt (Bundesanstalt für Straßenwesen) zum Anlass, sich mit diesen Zahlen etwas intensiver zu beschäftigen.

„Ein Grund könnte natürlich sein, dass der Verkehr deutlich komplexer geworden ist“, sagt Pistor. Fahrlehrer, ADAC und TÜV sind der gleichen Auffassung. Das erfordere für Fahrschüler mehr Schulung. Fahrlehrer benötigten heute häufig veränderte pädagogische und zunehmend auch psychologische Fertigkeiten, so die Meinung von Claudia Happe (Verkehrspsychologin). Ob und in welchem Ausmaß Angst eine Rolle spielt, möchte Happe mithilfe eines gerade in der Entwicklung befindlichen Fragebogens herausfinden.

Bei 17-jährigen Fahranfängern ist die Durchfallquote niedriger

Gründe könnten laut ADAC aber auch „konkurrierende Anforderungen“ sein (Freizeitstress, Turbo-Abi und Einstieg in den Job). Der Führerschein habe heute nicht mehr die Priorität wie früher, laufe eher nebenher, so die Beobachtungen des Vorsitzenden des Bundesvereins der Fahrlehrerverbände, Dieter Quentin, der außerdem bestätigt: „Siebzehnjährige fallen weniger durch und fahren später sicherer.“

Die Verkehrspsychologin verfolgt noch einen anderen Verdacht: „Ein wichtiger Aspekt könnte sein, dass das digitale Interesse ausgeprägter zu sein scheint als das Interesse für das Verkehrsgeschehen.“ Früher haben jugendliche Beifahrer nach draußen gesehen, heute haben sie ihr Smartphone im Blick. Möglich sei deshalb, dass der Bezug zum Verkehr verloren gehen könne, so Happe.

Vincenzo Lucà vom TÜV Süd hat einen weiteren Ansatz hinsichtlich der steigenden Durchfallquote: Zeitdruck! „Ein Führerschein kostet Geld. Man versucht, früh an den Schein zu kommen.“ Heutzutage kostet der Führerschein im Durchschnitt zwischen 1.800 und 2.200 Euro - ein teures Vergnügen für die meisten. Wer durchfällt, muss zusätzliche Fahrstunden bezahlen und eine erneute Prüfungsgebühr des TÜV aufbringen. In Bayern und Baden-Württemberg werden beispielsweise von den Fahrschulen 91,75 Euro für die Kosten der praktischen Prüfung und die Anmeldung fällig.

Kostenvergleich lohnt sich

Es rentiert sich laut ADAC, vor der ersten Fahrstunden einen genauen Kostenvergleich anzustellen. In der Regel seien die günstigsten Fahrschulen selten auch fachlich gut. Von Ferien- und Crashkursen rät der Experte dringend ab, da das Erlernte Zeit haben müsse, sich über einen längeren Zeitraum zu festigen.

Quelle: sueddeutsche.de



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