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Sonntag, 23.02.2020

Front-, Heck- oder Allradantrieb: Welcher ist der richtige?




Wer die Qual hat, hat die Wahl. Aus drei Alternativen sollte die Entscheidung für den richtigen Fahrzeugantrieb nicht wirklich schwer sein. Doch manch ein Autofahrer wird bei dieser Frage zum Philosophen. Soll die Motorkraft über Hinter- oder Vorderachse oder doch über alle vier Reifen auf die Straße gebracht werden?

Die Beantwortung der Frage bedarf keinesfalls einer philosophischen Betrachtung. Vielmehr komme es darauf an, wie und wo das Fahrzeug hauptsächlich eingesetzt werde, so der Ansatz von Andreas Zygan, Entwicklungsleiter SUV bei Mercedes Benz. „Es gibt nicht den besten Antrieb. Für Regionen mit vielen Steigungen und häufigem Schneefall eignen sich Fahrzeuge mit Allradantrieb, für flachere Regionen reiche zwei angetriebene Räder“, so die Ausführungen des Experten.

Fahrsicherheitstrainer der DEKRA, Reinhard Buchsdrücker, findet es schwierig zu empfehlen, welche die beste Antriebsart ist. „Front- und Hinterradantrieb haben grundsätzlich Vor- und Nachteile, ebenso der Allradantrieb.“ Wird eine Kurve zu schnell durchfahren, schiebe ein Frontantrieb über die Steuerräder und untersteuere daher. Ein Auto mit Heckantrieb in der gleichen Situation übersteuere und breche aus. Insbesondere auf winterlichen Straßen könne sich das (unangenehm) bemerkbar machen.

Mehr Platz dank Vorderradantrieb

Allerdings merke der Autofahrer dank moderner ESP-Regelung bezüglich der Fahrdynamik kaum einen Unterschied, so Buchsdrücker weiter. Autos mit Frontantrieb ließen sich in derartigen Situationen in der Regel besser beherrschen als Fahrzeuge mit Heckantrieb. Ein weiterer Faktor sei die Fahrzeugleistung. Hinterrad- oder Allradantrieb kommen vor allem bei PS-starken Motoren zum Einsatz. Der Frontantrieb steht dank eines quer eingebauten Motors für einen leichten, kompakten und günstigen Antrieb - und sorge für zusätzlichen Platz im Innenraum. Für die Wahl des idealen Antriebs sind nach Auffassung von Reinhard Buchsdrücker Nutzungsverhalten und Preis ausschlaggebend. Für den Frontantrieb der zusätzliche Platz und der günstigere Preis sprechen im Vergleich zu ähnlichen Modellen mit Heckantrieb. „Die sind wiederum dynamischer ausgelegt und eher etwas für sportlichere Fahrer“, so Buchsdrücker.

Allradantrieb: mehr Grip, aber höherer Verbrauch

Bei ungünstigen Witterungsverhältnissen bietet der Allradantrieb die beste Traktion und infolgedessen auch die größte Sicherheit. Allerdings verbrauchen und kosten sie etwas mehr als Fahrzeuge mit nur zwei angetriebenen Rädern. Hans-Joachim Kirchvogel vom Autoclub Europa (ACE) beantwortet die Frage nach dem idealen Antrieb wie folgt: „Stadtfahrer setzen besser auf ein Auto mit Frontantrieb, da es weniger verbraucht und günstiger ist.“ Die Kraft werde dort erzeugt, wo sie gebraucht wird: vorne. „Im Winter fahren Autofahrer mit einem Frontantrieb sicherer“, erläutert Kirchvogel. Es sei besser, ein Fahrzeug werde gezogen statt (wie beim Heckantrieb) geschoben.

Eine eindeutige Meinung hingegen vertritt Norbert Funk vom Ausbildungszentrum „Teach and Drive“ (Lengede, Niedersachsen): „Wen das höhere Gewicht und der höhere Kraftstoffverbrauch nicht stört, der ist mit einem Allradfahrzeug am sichersten unterwegs“.

Quelle: Darmstädter Echo vom 30.11.2019





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