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Donnerstag, 13.12.2018
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Alufelgen wollen gepflegt sein



Alufelgen sind für Männer an ihren Autos mindestens genauso wichtig wie für Frauen schicke Schuhe. Alufelgen verschaffen dem Wagen einen ganz anderen Look als langweilige Stahlfelgen mit Plastikradkappen. Einen Haken hat die Vorliebe für Alufelgen allerdings. Sie müssen genauso gepflegt werden wie die Ehefrau. Nur makellose und glänzende Felgen aus Aluminium machen richtig was her. Umso wichtiger ist es zu wissen, mit welchen Pflegetipps Sie den Felgen wieder zu neuem Glanz verhelfen – und welche Spuren sich entfernen lassen und welche nicht.

Alufelgen haben eine erstaunliche Entwicklung genommen. Während sie noch vor Jahren recht kostspielig waren, gehören sie mittlerweile bei vielen Neuwagen zur Serienausstattung. Dieser Anspruch werde nicht nur im Luxuswagensegment, sondern auch beim Kleinwagen immer häufiger erfüllt, so Nick Margetts, Marktbeobachter bei Jato Dynamics. Leichtmetallfelgen sind nicht nur schicker, sondern auch leichter. Allerdings sind sie auch empfindlicher und bedürfen einer intensiveren Pflege als Stahlfelgen.

Straßenschmutz und Bremsstaub nehmen den Alufelgen schnell den Glanz. Normalerweise kein Problem, sagt Thomas Schuster von der Sachverständigenorganisation KÜS.

„Solange die schützende Klarlackschicht oder die Pulverbeschichtung auf den Felgen unbeschädigt ist, können solche unschönen Rückstände leicht mit Wasser und Autoshampoo beseitigt werden.“ Auf Dauer funktioniert das aber nur, wenn der Schmutz regelmäßig entfernt wird. Doch viele Autofahrer sind hier zu nachlässig. Schuster weiter:

„Viele machen den Fehler und reinigen die Aluräder an ihrem Wagen zu selten.“ Wird Schmutz auf den Felgen wochenlang ignoriert, wird sich diese Bequemlichkeit später rächen.

Brennt sich der Bremsstaub durch starke Hitze in die Oberfläche ein, könne den Felgen durch Waschen allein nicht mehr zu neuem Glanz verholfen werden, so Schuster. Möglicherweise kann der festsitzende Bremsenabrieb mit Felgenreiniger entfernt werden. Doch hier bitte nicht irgendeinen Reiniger kaufen. Nehmen Sie einen säurefreien Reiniger aus dem Autozubehörhandel. Dessen Anwendung sollte für unbehandelte oder lackierte oder eloxierte Leichtmetallräder zugelassen sein. Wenn die Anwendung mit dem Spezialreiniger nicht den gewünschten Erfolg bringen, weil der Schmutz schon zu tief in die Oberfläche der Felge eingedrungen ist, bleibe nur eine Komplettrestaurierung beim Fachmann, sagt Thomas Caasmann (Gesellschaft für Technische Überwachung). Doch das kann teuer werden. Abhängig von Felgentyp und erforderlichem Arbeitsaufwand können zwischen 75 und 300 Euro fällig werden – pro Rad wohlgemerkt! Auch bei einer durch kleine aufgewirbelte Steinchen beschädigten Klarlackschicht der Felge müsse der Fachmann ran, rät Schuster. Der Hobbybastler solle da lieber die Finger von lassen, rät der Experte:

„Es bringt nichts, solche Macken provisorisch zu reparieren, indem man punktuell etwas Klarlack auftupft. Das hält nicht lange und sieht auch nicht gut aus. Das ist nichts für Hobbybastler.“ Der Fachmann hingegen schleift die Klarlackschicht komplett ab. Danach wird die Felge neu grundiert und lackiert. Aber auch die Möglichkeiten der Profis sind schnell begrenzt, vor allem dann, wenn auch das Metall unter der Versiegelung beschädigt wurde. Caasmann stellt klar: „Es muss ganz klar zwischen der optischen Instandsetzung und einer Reparatur unterschieden werden.“ Felgenreparaturen seien bei allen im Straßenverkehr genutzten Fahrzeugen generell verboten. Weder das Schweißen von Rissen in den Felgen noch das Beseitigen von Beulen durch Erhitzen oder Hammerschläge ist erlaubt. Die Stabilität der Räder kann nach solch einem Eingriff nicht garantiert werden. Kommt es zu einem Felgenbruch während der Fahrt, kann das schlimme Folgen nach sich ziehen, da der Wagen in so einem Fall mit hoher Wahrscheinlichkeit außer Kontrolle geraten werde. Aber Vorsicht, warnt Prüfingenieur Schuster. Werbebotschaften wie ‚Felgenreparaturen aller Art‘ sollten Sie eher abschrecken. Aber Achtung auch bei der optischen Aufbereitung. Auch hier sei längst nicht alles erlaubt:

Die häufigsten Schönheitsfehler, die an einer Alufelge entstehen, sind Schrammen, die der Bordstein beim Einparken an der Felge hinterlässt. „Solche Schäden dürfen nur dann ausgebessert werden, wenn sie nicht tiefer als ein Millimeter und auch nicht weiter als 50 Millimeter vom äußeren Rand der Felge entfernt sind“, erklärt der Prüfingenieur. „Wenn der äußere Rand eines Rades - das sogenannte Felgenhorn - verbogen ist, ist die Felge auf jeden Fall hinüber.“

Caasmann rät, sich vor der Auffrischung einer Alufelge im Vorfeld gut beraten zu lassen. Idealerweise kontaktieren Sie Hersteller oder Anbieter Ihrer Felgen. Er kann im Einzelfall ganz sagen, ob und in welcher Form eine Instandsetzung möglich ist – oder auch nicht. Prüfingenieur Schuster hat noch einen weiteren Tipp für Sie. Lassen Sie sich vom ausführenden Betrieb unbedingt bis ins Detail erklären, welche Arbeiten an der Felge ausgeführt werden. Seriöse Anbieter wollen den Schaden erst begutachten, bevor Sie Ihnen eine Zusage für die Übernahme des Auftrages machen. Oder legen Sie gute Fotos vor. Auf ihnen sei auchmeist schon erkennbar, ob die Felge zu retten ist oder eine neue beschafft werden muss. Ein Preisvergleich zwischen Neukauf und Reparatur lohnt ebenfalls, denn oftmals ist eine Neuanschaffung günstiger als eine aufwändige Reparatur.



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