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Donnerstag, 21.09.2017
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Sichere Rückkehr hinters Steuer



Viele Menschen der älteren Generation haben zwar einen Führerschein, sind aber oftmals über mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte nicht mehr gefahren. Beim Wiedereinstieg kommt es dann nicht selten zu Schwierigkeiten. Damit der „Neuanfang“ gelingt, halten Experten nachstehend einige wichtige Ratschläge bereit.

Den Führerschein oftmals bereits mit 20 Jahre gemacht, doch dann kommen Hochzeit und Kinder. Vor allem Frauen fahren dann weniger oder überhaupt kein Auto mehr, weil das ab sofort der Ehemann übernimmt. Gerhard von Bressensdorf vom BVF (Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände): „Das ist früher der Klassiker gewesen.“

Werden die Kinder älter und die Mutter steigt wieder in den Beruf ein, nehmen ältere Autofahrerinnen nach jahrelanger Abstinenz plötzlich wieder aktiv am Straßenverkehr teil. Und das ist für viele eine große Herausforderung, so der Experte: „Wollen oder müssen Frauen - und übrigens genauso auch Männer - dann wieder selbst Autofahren, fangen sie oftmals fast bei Null an. Viele sind nie richtig gefahren, die haben es besonders schwer.“ Wiedereinsteiger sollten sich und ihre Fahrkompetenz nicht überschätzen. Sven Rademacher vom DVR (Deutscher Verkehrssicherheitsrat) sagt dazu: „Eine gute Selbsteinschätzung ist ebenso wichtig wie ein Blick von außen. Seine Empfehlung lautet, das Fahrvermögen von einer anderen Person einschätzen zu lassen.

„Wer fünf Jahre lang nicht am Steuer saß, hat vor allem die Übung verloren. Wer noch länger nicht Auto gefahren ist, hat oft auch viel Respekt davor, sich überhaupt wieder ans Steuer zu setzen“, so auch die Auffassung von Constantin Hack (ACE - Autoclub Europa). Für den Anfang sei zunächst ein Verkehrsübungsplatz empfehlenswert, um im geschützten Rahmen das Fahren zu üben und sich wieder daran zu gewöhnen.

Fahrstunden geben Sicherheit

Wem das nicht reicht und mehr Sicherheit braucht, kann alternativ auch eine Fahrschule aufsuchen und Fahrstunden nehmen. Wiedereinsteiger müssen dann allerdings mit Unkosten von 250 bis 1000 Euro rechnen, abhängig von Umfang und Dauer, so von Bressensdorf: „Alle Fahrschulen bieten auch Nachschulungskurse an.“ Von Bressensdorf empfiehlt Wiedereinsteigern, sich zunächst in einer Fahrschule beraten zu lassen.

Ein Standardpaket zur Nachschulung sei nicht existent, da die Anforderungen jedes einzelnen Wiedereinsteigers zu individuell seien. Zunächst werde vom Fahrlehrer der theoretische und praktischer Wissensstand überprüft, woran sich seine Empfehlung für die Nachschulung anschließe: „Ob ein Wiedereinsteiger am normalen Theorieunterricht in der Fahrschule teilnehmen soll, muss im Einzelfall entschieden werden“, so der Experte weiter. „Bei vielen Wiedereinsteigern sind die Grundkenntnisse ja noch vorhanden, es geht also darum, ganz gezielt nachzuschulen.“

Nach Erfahrung des BVF haben ältere Wiedereinsteiger im Verkehr vor allem an komplexen Kreuzungen und mit dem „Mitschwimmen“ am häufigsten Schwierigkeiten. Das hat eine defensive Fahrweise sowie Angst vor dem Einfädeln im Kreisverkehr oder auf der Autobahn zur Folge. Aber auch neue Techniken wie beispielsweise Fahrerassistenzsysteme sind Wiedereinsteigern oft fremd, weil es sie früher noch nicht gab.

Unfallzahlen sind alarmierend

Rademacher betont, wie wichtig es sei, seine Kenntnisse vor der Rückkehr hinters Steuer gründlich aufzufrischen. Dies zeige der Blick auf die Unfallzahlen. Sind ältere Autofahrer in einen Unfall verwickelt, sind sie in überdurchschnittlichem Maße auch daran schuld: „In der Altersgruppe ab 75 werden drei Viertel der Unfälle von den älteren Menschen verursacht, ein höherer Anteil als in der Hochrisikogruppe der jungen Autofahrer bis 25 Jahre.“

Wer jahrelang nicht Auto gefahren ist, solle - je nach Allgemeinzustand - einen medizinischen Check durchführen lassen: „Man sollte die Anforderungen im Auto nicht unterschätzen, das reicht vom Reaktionsvermögen bis hin zu einer gewissen Beweglichkeit hinterm Steuer“, so der Hinweis Rademachers.

 

Quelle: augsburger-allgemeine.de (dpa)



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