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Sonntag, 23.07.2017
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Immer auf das Fahrwerk des Autos achten



Wenn das Auto klappert und rappelt, könnte es am Fahrwerk liegen. Die Ursache zu finden, ist allerdings schwierig, da das Fahrwerk aus vielen verschiedenen Komponenten besteht und sich daher nicht so ohne weiteres verändern lässt. Und alles Veränderbare hat bekanntlich auch nicht zwangsläufig positive Auswirkungen; so auch beim Fahrwerk.

Die Uhr klappert aufgrund starker Vibrationen am Handgelenk, das Auto zieht während des Bremsens nach rechts. Spätestens dann ist klar: Irgendetwas läuft nicht rund - und meistens ist das Fahrwerk die Ursache dafür. Dieses besteht wie bereits erwähnt aus vielen unterschiedlichen Teilen: Federn und Dämpfen, Buchsen, Lagern, Bremsen, Aufhängungen, Reifen und Rädern. Macht das Auto Mucken und beginnt zu rumpeln, ist es an der Zeit, die im Untergrund befindlichen Bauteile und das Fahrwerk genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Autofahrer sollte als Laie jedoch die Finger davon lassen und Check sowie Reparatur dem Fachmann überlassen.

Gunnar Beer vom ACE (Auto Club Europa) zeigt sich mit den meisten Serienfahrwerken zufrieden: „Die Fahrwerke bilden in der Regel einen guten Kompromiss zwischen Komfort und Fahrsicherheit, solange alles in technisch einwandfreien Zustand ist." Allerdings äußert er sich kritisch zu getunten Autos, die mithilfe von härteren und kürzeren Feder tiefergelegt sind: „Werden nur die Federn geändert, passt in der Regel nichts mehr zusammen, das Fahrverhalten besonders auf unebenen Straßen kann sich dramatisch verschlechtern."

Doch selbst hochwertige Komplettfahrwerke haben nicht nur Vorteile: In der Regel lassen Dämpfungs- und Federkomfort stark nach. Dadurch nehmen Erschütterungen im und am Auto mit der Zeit zu, erklärt Beer. Wenn das Auto tiefer gelegt wird, müssen Sturz und Spur ebenfalls neu ausgemessen werden. „An diesem Schritt wird leider oft gespart."

Die Wahl des Fahrwerks

Während Fahrzeuge der Oberklasse heute häufig auf Luftfahrwerke zurückgreifen, werden insgesamt von den Herstellern immer mehr aktive beziehungsweise adaptive Fahrwerke offeriert. Der Fahrer kann die Dämpfung des Autos selbst regeln; von „Normal“ über „Komfort“ bis „Sport“. Das Auto dämpft dann je nach Einstellung härter oder komfortabler, erläutert Philipp Schreiber (TÜV Süd). Kleiner Haken: adaptive Fahrwerke seien wesentlich teurer als die serienmäßig verbauten Fahrwerke aus Stahl.

Gewindefahrwerke lassen sich in puncto Höhe und Federspannung individuell einstellen. In der Regel kann das Fahrwerk bei einem Serienauto nicht verstellt werden, da Dämpfer und Feder fest montiert sind. Mithilfe von austauschbaren Komponenten, wie sie auch im Tuningbereich verwendet werden (zum Beispiel Gummilager mit höherem Härtegrad), erhöhen Präzision und Haltbarkeit. Nachteil: negative Auswirkung auf Geräuschentwicklung und Abrollkomfort. Das macht sich dann auf schlechten Straßen mit Schlaglöchern wie auch auf Staub-, Splitt- und Schotterstrecken bemerkbar.

„Einzelne Bauteile des Fahrwerks verschleißen durch die tägliche Nutzung", erklärt Hans-Gerd Brauneiser, Kfz-Mechaniker der Rheinlandgarage Köln. Überladung und häufiges Fahren mit einem Anhänger erhöhen den Verschleiß ebenfalls.

Um die Reifen zu schonen, sollte das langsame Befahren von Bordsteinen vermieden werden. Einige wenige Fahrwerkschäden können sogar Laien feststellen. Ein schiefstehendes oder vibrierendes Lenkrad bedeutet meist auf einen Fahrwerkfehler hin. Das gilt im Übrigen auch, wenn sich das Lenkrad nach dem Durchfahren von Kurven nicht mehr automatisch zurückstellt. Zieht der Wagen beim Bremsvorgang stark nach einer Seite, ist höchstwahrscheinlich mindestens eine der Bremsen verschlissen.

Eine spezielle Art der Pflege sei für Fahrwerke von Autos nicht gegeben: „Wer sich ab und an unters Auto legt, kann die Gummiauflagen und Federteller von Deck und Splitt befreien, bei Gewindefahrwerken schützt Wachs das Gewinde, aber sonst können Autofahrer nicht viel machen", sagt Schreiber.

Quelle: goettinger-tageblatt.de



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